Zum Jahreswechsel: „Die Welt sollte sich umgestalten…“ (?)

So sang Hildegard Knef es dereinst in ihrem Rote-Rosen-Erfolgstitel aus den 70’ern. – „Sich umgestalten“, das hätte die Welt wohl schon damals gesollt. Und danach auch – und heute erst recht… Jede Zeit hat ihre Probleme und Krisen. Vielleicht aber sind die Probleme und Krisen in unserer Gegenwart noch grundsätzlicher und zukunftsentscheidender geworden…

Das Hauptverantwortlichen des Kapitalismus, die seit 150 Jahren dem Feudalismus mit einer Verschärfung des Kolonialismus, mit Imperialismus, noch mehr Krieg und noch mehr Ungleichheit und Armut und wachsenden Klima- und Umweltschäden nachfolgen, haben die Welt in eine immer gefährlichere Schieflage befördert. Schuld daran sind nicht die vielen Menschen, die in dieses System hineinerzogen wurden, sondern diejenigen, die es steuern – in Konzern- und Banketagen oder in herausgehobenen politischen Ämtern, die nicht selten feudalistisch anmuten.

Und dennoch sind es nicht nur die Lieblingsaversionen à la Trump, Bolsonaro, Zuckerberg & Co., die sich die Welt für die eigenen Profite und die ihresgleichen aneignen und sie zu diesem Zweck beherrschen wollen. Es sind auch die parlamentarischen Hinterbänkler, die Lobbyisten, die Rendite-Broker an den Börsen und der wenig prominente „Mittelbau“ im Finanzsektor und vielen Konzernen, die aus Sturheit, falschem Glauben oder selbst verschuldeter Unwissenheit immer aufs Neue für die fundamentalen Krisen die Wege ebnen. – Derzeit regt sich besonders in Südamerika dagegen politischer Widerstand, und gleichzeitig sehen wir, mit welcher Gewalt die Mächtigen dort ihre Stellung zu halten versuchen.

Auf den ersten Blick könnte es doch so einfach sein: Die Ausbeutung der südlichen Welt könnte durch fairen Handel morgen beendet werden, wichtige Beschlüsse für ein nachhaltiges Klima könnten binnen weniger Monate beschlossen und umgesetzt werden, Rüstungsexporte schon längst verboten sein – wenn Politik und Wirtschaft der Mehrheit der Menschen folgen würden, anstatt ständig mit Macht, Tricks und Gewalt gegen sie anzugehen. Große Teile von Politik, die die Grundbedürfnisse der Menschen missachtet, und der Wirtschaft, die die Würde des Menschen allerorten mit Füßen tritt, demaskieren sich täglich selbst – nur um des eigenen Vorteils willen.

Die Machtstrukturen des Kapitalismus sind nicht so, dass sich „die Welt von selbst umgestalten“ könnte – im Gegenteil. Wenn wir uns selbst und die Welt besser machen wollen, müssen WIR „die Welt umgestalten“ und die Macht der Profithaie und ihrer politischen Handlanger brechen.

Wir haben nicht nur die Freiheit, Produkte des Coca-Cola-, des McDonalds-, des Google- oder des Nestlé-Konzerns oder diverser Medienkonzerne zu konsumieren… Wir haben viel mehr (glücklicherweise) erst recht die Freiheit, genau diese Produkte weitestgehend oder sogar vollständig zu boykottieren!!! Und wir können selbst bestimmen, wie viel unsere Brieftasche zur Verringerung von Klima- und Umweltschäden oder zu einer nachhaltigen Versorgung mit täglichen Waren hergibt.

Und wir haben auch das Recht und die Freiheit, genau die zu wählen und ihnen zu einer Mehrheit zu verschaffen, die sich für den Frieden in der Welt, für konsequente soziale Gerechtigkeit und für eine gesunde Umwelt einsetzen. – WIR müssen es nur tun, sonst geht der Profit- und Krisenwahnsinn mit entsetzlichen Folgen immer weiter…

Und: Wir sollten Hildes Textzeile neu singen: „Die Welt müssen WIR umgestalten (und sie für die Zukunft erhalten)“…! – In diesem Sinne: Für ein besseres Jahr 2020.

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