Herber Verlust: Fabio De Masi tritt aus der Linkspartei aus!

Fabio De Masi, früherer EU- und Bundestagsabgeordneter der Linkspartei und ausgewiesener Wirtschafts- und Finanzexperte hat heute die Partei Die Linke verlassen. Zu seinem Parteiaustritt schreibt er:

„Ich habe soeben gegenüber dem Landesverband Hamburg der Partei Die Linke meinen Austritt aus der Partei erklärt. Meine Entscheidung ist nicht Teil einer Flügelauseinandersetzung und ich habe nicht vor mich in absehbarer Zeit in einer anderen politischen Formation zu engagieren. Ich bleibe vielen klugen Köpfen und heissen Herzen in meiner früheren Partei freundschaftlich verbunden. Aber ich möchte nicht mehr in Verantwortung für das eklatante Versagen der maßgeblichen Akteure in dieser Partei genommen werden, die eine große Mehrheit der Bevölkerung im Stich lassen, die eine Partei brauchen, die sich für soziale Gerechtigkeit und Diplomatie überzeugend engagiert. Ich habe versucht meinen Teil zu leisten, aber ich bin damit gescheitert! Ich werde dazu keine weiteren Erklärungen abgeben!“

Ich habe ihm darauf wie folgt geantwortet:

Lieber Fabio – das ist ein harter, aber nachvollziehbarer Entschluss, denn die Situation in „unserer“ Partei (ich bin ja noch drin!) ist nur noch schwer erträglich und hat Züge einer Treibjagd gegen eine ganze Reihe von Genoss*innen. Aktive Linke aus ihren Ämtern und ihrer Partei treiben zu wollen, ist eine jahrelange Masche derer, die die ganze Macht in der Partei für sich wollen und denen dafür nahezu jedes Mittel recht ist… – Das ist schlimm und geht vor allen an vielen Millionen Menschen vorbei, die jetzt ganz dringend Unterstützung brauchen! Sehr viele haben sich deshalb schon abgewandt.

Ich verstehe deine Beweggründe – und doch ist es ein herber Verlust für die Linken, für die du viel intensive, wertvolle Arbeit – oft „ganz vorne“ – geleistet hast, manchmal bis an den Rand der Erschöpfung. Dafür gebührt dir großer Dank! Leider wussten und wissen es eine Reihe von Linken nicht ausreichend zu schätzen (oder sie wollten es auch nicht, weil du für sie „auf der falschen Seite“ standst).

Nun haben es einige Genoss*innen (?) „geschafft“, die Partei für ihre Macht in eine Zerreißprobe zu agitieren, deren Ausgang noch ungewiss ist, aber die insbesondere nach außen niemandem hilft. – Du wirst sicher auch weiter „Finanzdetektiv“ und (nun parteiunabhängiger) Autor bleiben, und darauf freue ich mich. Ich wünsche dir dabei weiterhin viel Erfolg, denn du erreichst damit mehr Menschen als ein paar verbohrte Parteilinke.

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