Linke: Wer „Querfront“-Angst schürt, agiert nur parteiintern – und lässt die Öffentlichkeit in der Krise allein!

Gestern übernahm die Flensborg Avis einen DPA-Artikel mit der Stellungnahme der Linke-Vorsitzenden Janine Wissler, die aber inhaltsleer bleibt und eher das eigene Dilemma der Initiativlosigkeit aufzeigt… Hier mein Kommentar dazu.

Nicht jede DPA-Artikelübernahme ist ein Gewinn, wie hier deutlich wird: Die Überschrift „Spekulationen um neue Partei nicht hilfreich“ wird schon im 1. Abschnitt entwertet, denn Linke Chefin Wissler wird zitiert, „sie kenne ‚keine genauen Pläne‘ und ‚keine Bestrebungen dahingehend‘. „ – Na sowas! Dann spekulieren wohl die Falschen über eine vermeintliche neue Wagenknecht-Partei… Sahra W. jedenfalls nicht, wenngleich sie feststellt, dass die Linkspartei frühere zentrale Kernthemen in der Sozial- und Friedenspolitik nicht mehr ausreichend und erkennbar vertritt und daher viele Wähler*innen verloren hat.

Auch an der Friedensdemo von Wagenknecht & Schwarzer äußert Wissler gar keine direkte Kritik, hatte sich aber schon vorher (!) distanziert, weil Rechte die Kundgebung dominieren könnten – eine Vermutung, die sich bei zehntausenden Teilnehmenden nicht bestätigte… Vielmehr muss sich die Parteiführung die Frage gefallen lassen, warum sie nicht selbst den selbst angekündigten Aufruf zum „Heißen Herbst“ gegen unsoziale Preisexplosionen als Großveranstaltungen umgesetzt haben. Auch zum Friedensthema gab es seitens der Parteiführung keine größeren Aktionen – und so geschah seitens der Partei auch in Schleswig-Holstein denkbar wenig und auch in Flensburg nahezu nichts. Die Partei blieb in ihren Kernthemen nahezu aktions- und initiativlos, und damit eben nicht wahrnehmbar.

Stellt sich die Frage: Konnten oder wollten die Verantwortlichen im Bund sowie in vielen Landes- und Kreisverbanden gar keine klare Kante zeigen? Wohl beides! Zum einen trauten sie sich nicht, in erkennbare Opposition zur Nato- und Regierungslinie zu treten, zum anderen schoben sie ständig die Gefahr rechter Mitläufer vor, um letztendlich nichts zu tun.

Schlimmer allerdings sind die nahezu reflexartigen Ausfälle von Parteimitgliedern gegen die Linken, die sich trauten, deutliche Kritik gegen falsche Sanktionen, daraus folgende Preisexplosionen, Waffenlieferungen und fehlende Friedensperspektiven anzubringen! Sahra Wagenknecht, Sevim Dagdelen u.a. werden bis heute von den Nichtstuern regelmäßig der „Putinnähe“, der „Querfront“ und der „Rechtsoffenheit“ geziehen – und am liebsten würden sie die mutigen Kritiker*innen im Bündel aus der Partei schmeißen, so wie sich die schleswig-holsteinischen Linken mit ihrer Ausschlussforderung gegen Sahra Wagenknecht aus der Bundestagsfraktion viel zu weit aus dem Fenster gelehnt haben, hässlich tönende Begleitmusik auf Twitter und anderswo inklusive.

Parteichefin Wissler distanziert sich also von etwas, wozu sie und ihre Mitstreiter*innen im Parteivorstand und anderswo selbst überhaupt nicht fähig waren, das gar nicht kritikwürdig ist und deren düstere Vorhersagen überhaupt nicht eingetreten sind. Übrig bleibt davon – auch in Schleswig-Holstein – nur eine taumelnde, in den Kernthemen weitgehend initiativlose Partei und das Versagen bis in die politische Bedeutungslosigkeit hinein, wie schon die verlorenen Bundes- und Landtagswahlen gezeigt haben. Gelernt haben die Verantwortlichen aus diesen Abstürzen offenbar bis heute nichts.

– – – – – – –

Hier die DPA-Meldung in der Flensborg Avis lesen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s