Zu früh geklatscht? – Ukraine-Botschafter wird bei Kritik frech

Im Bundestag erhoben sich viele Abgeordnete und klatschten eifrig, als der ukrainische Botschafter Melnyk Ende Februar auf der Besuchertribüne des Bundestags auftauchte. Seit Beginn der russischen Aggression gegen die Ukraine tourt er durch deutsche TV-Talkrunden und wird immer wieder politisch hofiert.

Dabei ist der Herr politisch eher rechts verortet und schreckt auch vor Ehrungen des faschistischen Nazikollaborateurs Bandera an dessen Münchener Grab nicht zurück. Die Linke-Bundestagsabgeordnete Sevim Dagdelen hatte dies bereits 2015 von der Bundesregierung bestätigt bekommen.

Schon unter dem korrupten Oligarchen-Präsidenten Poroschenko wurden faschistische Kampfgruppen (darunter das „Asow-Regiment“), die 2014 an der Spitze der Armee die Donbas-Regionen gegen die Zivilbevölkerung gewütet hatten und im gleichen Jahr den brutalen Überfall auch das Gewerkschaftshaus in Odessa zu verantworten haben, in die Polizei- und Militärstrukturen der Ukraine „integriert“, weil auch aus dem Westen die Kritik an diesen Banden die weiße Weste der ukrainischen Führung (und den westlichen Geldfluss) in Gefahr brachten… Seitdem wird ihr Handeln und vor allem ihre Bedeutung kleingeredet.

Darauf wies jüngst der frühere Bundestagsabgeordnete der Linken Fabio De Masi hin. Er twitterte: „Ukrainer haben einen Botschafter verdient, der seinem Land, nicht rechten Netzwerken verpflichtet ist.“ Er hatte Botschafter Melnyk zuvor wegen dessen Verteidigung des „Asow-Regiments“ vorgehalten: „Im Krieg stirbt als erstes die Wahrheit. In diesem Fall lügt sich jedoch der ukrainische Botschafter die Welt zurecht. Dass das Asow Regiment mit Nazi Flaggen posiert und gefährliche Faschisten im dem eigenen Reihen duldet, haben sich diesmal nicht die Russen ausgedacht.“ – Melnyk verlor daraufhin die Fassung, wurde frech und wollte De Masi den Mund verbieten: „Halten Sie lieber Ihre linke Klappe, Fabio De Masi & all Ihre ­Kumpels.“

Bereits des öfteren hatte Melnyk seine diplomatischen Kompetenzen überschritten; doch „es ist Krieg“ – und da schaut die große Mehrheit des politischen Spektrums in Sachen Antifaschismus lieber (wie gehabt!) betreten beiseite. Wer dennoch muckt, wie der SPD-Abgeordnete Bartol, wird zurückgepfiffen und zur Rücknahme der Kritik genötigt. Es soll wohl bloß nicht der kleinste Eindruck entstehen, es gäbe in der Ukraine doch neofaschistische Umtriebe…

Auch über die leicht durchschaubaren und in den hiesigen Medien viel beklatschten PR-Tricks der ukrainischen Führung wird nur selten ein Wort verloren. Botschafter Melnyk darf also die Bundesrepublik in Vergleichen mit dem Hitlerfaschismus assoziieren – und der Präsident Selenskyj himself unpassende oder sogar verfälschende Vergleiche mit der „Berliner Mauer“ oder dem Holocaust ziehen. Alles, um den Westen noch stärker in den Krieg hineinzuziehen… (Friedens-)Nobelpreisverdächtig ist das alles übrigens überhaupt nicht!

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