Schwerer Einschlag: Christa Luft verlässt verärgert die Linkspartei!

Das ist eine weitere erschreckende Nachricht für die Linkspartei: Christa Luft hat ihren Austritt aus der Partei DIE LINKE erklärt. Nun werden einige (eher jüngere) Leute – und im Westen auch Parteimitglieder! – fragen: „Wer ist denn Christa Luft???“ Nun, das lässt sich online recht ausführlich nachlesen, daher hier nur ganz kurz:

Prof. Dr. Christa Luft (*1938) ist promovierte Ökonomin und Hochschullehrerin, aufgewachsen in der DDR, Mitglied der SED, nach 1990 der PDS und danach der Linkspartei. In der sog. „Wendezeit“ der DDR wurde sie im November 1989 Wirtschaftsministerin und stellvertretende Vorsitzende des Ministerrats („Vizekanzlerin“ würde man das in heutigen Verhältnissen nennen) im Kabinett des Ministerratsvorsitzenden Hans Modrow. Für die PDS errang sie 1994 und 1998 zweimal das Direktmandat in Berlin und wurde als Bundestagsabgeordnete Mitglied des Haushaltsausschusses. Auch nach dem Ende ihres Bundestagsmandats war Christa Luft noch in den Medien präsent – als Publizistin und kompetente Kritikerin des „Vereinigungsprozesses“ und zu zentralen Wirtschaftsthemen.

Nun hat Christa Luft bekannt gemacht, dass sie die Linkspartei verlassen hat – aus Verärgerung über offensichtliche Fehler im letzten Bundestagswahlkampf, über die fehlende Aufarbeitung des Wahldesasters und über den ignoranten Umgang des Parteivorstandes mit dem Ältestenrat der Partei. – Ihre Trennung von der Partei ist weit mehr als nur eine persönliche Entscheidung.

Zum Ältestenrat erklärt Christa Luft: „Unwürdig finde ich den Umgang des Parteivorstands mit dem Ältestenrat. Dessen Mitglieder haben was zu sagen, wenn mitunter auch nicht in der Gendersprache und in anderer Diktion als die Jüngeren. Wenn man den Rat nicht will, muss man es sagen, ihn seit Jahren ins Leere laufen zu lassen, ist ein beschämender Umgang unter Genossen.“ Schon nach der Bundestagswahl hatte der Vorsitzende des Ältestenrates Hans Modrow eine ähnliche Kritik am Parteivorstand geübt.

Laut der Tageszeitung nd-aktuell äußert Christa Luft „großen Unmut“ darüber, dass die Linke-Führung nach dem „vollkommen missratenen 2021er Bundestagswahlkampf“ noch immer „nicht den Anflug einer Analyse einschließlich Selbstkritik zur Aufklärung der Ursachen des Scheiterns vorgelegt hat“. Das Wahlergebnis nur auf Corona und Sahra Wagenknecht zu schieben, sei „ärmlich“ (damit zielt sie auf ein sehr misslungenes Statement des Bundesgeschäftsführers Jörg Schindler kurz nach der Wahl und weitere Entgleisungen von Mitgliedern des Parteivorstandes). – Als einen ihrer Kritikpunkte nennt Christa Luft die „ewige Anbiederei von Spitzenpolitikerinnen und -politikern bei SPD und Grünen, das geradezu fieberhafte Streben, unbedingt auf Bundesebene mitmachen zu wollen.“

Christa Lufts Parteiaustritt ist nicht einfach nur ein weiterer Warnschuss vor den Bug des Parteivorstands, der es auch über ein Vierteljahr nach dem Bundeswahldesaster nicht vermocht hat, die wahren (auch langjährigen) Ursachen für das Wahlergebnis zu benennen oder vernehmbar Akzente in der Sozial- und Friedenspolitik, aber auch in der Pandemiepolitik zu setzen. Der Austritt ist vielmehr ein heftiger Einschlag und ein schmerzhafter Verlust für die gesamte Partei mit ihrem stark angeschlagenen Erscheinungsbild!

Prof. Dr. Christa Luft ist kein „Niemand“ in der (partei-)linken Szene. Sie war eine engagierte, fachkundige und aktive Genossin in einer Zeit, in der die linke Partei in der BRD wüstesten Anfeindungen und Verleumdungen ausgesetzt war. Und sie hat Wichtiges für eine moderne und kritische linke Wirtschaftspolitik beigetragen. Auch wenn sie es selbst wohl nicht gern hören würde: Sie ist die geachtete „Grande Dame“ der Partei. – Ob nun wenigstens ihre Stimme gehört wird…? Zumindest sollte der Parteivorstand zu Christa Lufts Parteiaustritt alsbald Stellung nehmen.

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