Wenn die (vermeintlich) „Guten“ zur Aggressionskeule greifen…

…demaskieren sie sich selbst und betreiben kollektiv Einschüchterung und Entwertung

Über 50 Schauspieler*innen wollten jüngst mit den verordneten Corona-Maßnahmen irgendwie satirisch umgehen. Das ging ebenso irgendwie mächtig schief… Gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht! Ein Shitstorm brach los, teils mit brachialer Wortgewalt. – Doch hätte man nicht einfach sagen können: „Ich finde, Ironie ist bei Corona unpassend“? Oder: „Mich hat das überhaupt nicht angesprochen“? Oder irgendetwas anderes Kritisches zu Form und Inhalt? – Aber nein, es wird brutal (ab-)gestempelt: „Querdenker“, „Rechts“ und andere Verbalkeulen werden herausgeholt. Sahra Wagenknecht (Die Linke) nannte dies „medial gesteinigt und zu über Leichen gehende Helfershelfer der Querdenker und Rechten degradiert“. – Und: Geht es den ansonsten so korrekten Besserwisser*innen nun besser? Haben sie ihr ach so makelloses Weltbild damit blank geputzt? Mitnichten, die „Guten“ sind sie – gerade deshalb – noch lange nicht!

Apropos Sahra Wagenknecht: In ähnlicher Manier stürzen sich gerade einige, teils einflussreiche Partei-Linke auf die Genossin, die auf ziemlich polemische Weise gegen eine ähnlich gestrickte Identitätspolitik im linken Lager (weit über die Linkspartei hinaus) Stellung bezieht und ein Gegenprogramm entwirft, um die politische Linke wieder mehrheitsfähig zu machen. Das trieb eine Reihe von Parteigenoss*innen wutentbrannt aus ihren Sesseln. Sie diffamieren Sahra Wagenknecht (nicht zum ersten Mal) als „rechte Sozialdemokratin“ und schlimmer noch: als „Spalterin“, „reaktionär“, „AfD-nah“ oder „nationalistisch“ – und sind heftigst damit beschäftigt, ihren eigenen ideologischen Heiligenschein blank zu putzen, während sie Dreckkübel ausschütten. Sie glauben, die „richtigen“ Linken zu sein – und sind doch bloß eine aufgescheuchte Masse, die sich in ihrer selbstzufriedenen Ruhe gestört fühlt.

Dies sind nur zwei Beispiele, wie wuterfüllt, gnadenlos und respektbefreit auch dort agitiert wird, wo eigentlich progressives – ja, vielleicht auch humanistisches Gedankengut zu Hause sein sollte… Stattdessen scheinen die Scheuklappen ihrer scheinbar alternativlosen Gesinnung mächtig an den eigenen Schläfen zu kneifen. Mit ihren Verbalattacken schaffen bzw. verstärken sie ein Klima von Angst und personalisierter Herabwürdigung. – Ich find‘s nervig und hochnotpeinlich, von den gesellschaftlichen Folgen solcher Wut-Tiraden mal ganz abgesehen!

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