Flensburg: Nun geht’s um die dänischen Wahlstimmen…

Wenn der SSW, die Regionalpartei der dänischen Minderheit, 2021 zur Bundestagswahl antritt, könnten die deutschen Parteien einige Stimmen verlieren. Daher hat das Rennen um die Wahlstimmen der Minderheit (mit ein paar Verrenkungen) bereits begonnen…

Nachdem ein Vorstandsmitglied der Flensburger Grünen am 01.09. dem SSW in der Flensborg Avis „Avancen“ gemacht und der Minderheit den eigenen Kandidat Habeck für die Bundestagswahl 2021 „nahegelegt“ hatte, erschien heute dazu mein persönlicher Leserbrief dazu, den ich hier in deutscher Übertragung veröffentliche:

Diesmal wird alles „etwas anders“ sein: Mit großer Wahrscheinlichkeit wird der SSW bei der Bundestagswahl 2021 antreten. – Warum eigentlich nicht… Als Minderheitendäne finde ich, dass das ein spannendes Projekt ist. Ob es wirklich notwendig ist, dazu kann man ja verschiedener Meinung sein. „Etwas anders“ wird es diesmal aber nicht zuletzt für die anderen Parteien im Grenzland, denn der Weg des SSW nach Berlin könnte sie einige Wahlstimmen kosten, ohaueha!

Es ist ja kein Geheimnis, dass die Minderheit (sofern sie Bundesbürger sind) früher ihre Stimmen immer den verschiedenen deutschen Parteien gab – und diese buhlten auf verschiedene Weise darum. Ich weiß, wovon ich spreche, denn ich habe dasselbe gemacht, als ich 2017 als Angehöriger der Minderheit Wahlkreiskandidat der Linken war – übrigens nicht ganz erfolglos. Aber: Damals war – ohne den SSW – alles etwas leichter.

Die Flensburger Grünen kommen nun (als erste) mit einem rhetorisch interessanten brüderlich-schwesterlichen „Angebot“ zu einer „engeren Kooperation“ zwischen ihnen und dem SSW auf die Strecke… Zwischen den Zeilen kann dieser Beitrag allerdings auch so gelesen werden: „Lasst den Quatsch und wählt Habeck, denn er ist ja einer von uns“. Na sowas… Aber so sind Politik und Wahlkampf nun mal – sollen sie es doch mal so probieren… Auch die anderen Parteien werden versuchen, sich für die Minderheit herauszuputzen. Schließlich steht sie allein in Flensburg für ca. ein Viertel aller Wahlberechtigten.

Für den SSW jedoch erfordert die Teilnahme an der Bundestagswahl ein scharfes eigenes Profil, um sich solcher unerwünschten Umarmungen erwehren zu können. Als regionale Partei muss ihr Fokus sich auf (oft kontroverse) bundespolitische Positionen erweitern. Es wird gewiss nicht leicht sein, dieses Wahlprogramm zu schreiben, denn die Mitglieder sind auf das gesamte politische Spektrum verteilt. Aber einen Versuch ist es auf jeden Fall wert. Viel Erfolg dabei. 👍🇩🇰

Hier meinen im Original dänischsprachigen Leserbrief in der Flensborg Avis als Bilddatei ansehen:

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