Zehntausendfache Ignoranz – gegen Corona und Demokratie

Es geht wieder mal alles „nach Gefühl“ – vermeintlich belogen von der Politik, ablehnend gegenüber der Forschung, ignorant gegenüber den Bildern aus Krankenhäusern oder aus Brasilien oder auch den USA. Fakten und überall sichtbare Belege interessieren sie nicht – und so schreien sie nach ihrer „Freiheit“, natürlich ohne Maske und ohne Abstandsregeln, aber sie meinen nur ihre eigene Freiheit und scheren sich um den Schutz der Anderen – Risiko- und Berufsgruppen – einen Dreck.

Um es auf einen Nenner zu bringen: Die aggressive Ignoranz, wie sie sich zehntausendfach in Berlin oder auch bei anderen Gelegenheiten nahezu überall beobachten lässt, ist egozentrisch, antisolidarisch und asozial. Doch in den u.a. auf zweifelhaften Internetseiten mobilisierten Massenaufzügen herrscht dumpfer Schulterschluss – und mit Party-Trucks und Freiluftspaß tanzen sie dabei den „Tanz auf dem Vulkan“ zu Lasten der Mehrheit.

Mögen einige auch emotional oder intellektuell durch das neue Corona-Phänomen überfordert sein und deshalb verdrängen und ignorieren – in der Summe bleiben sie Schreihälse ohne Köpfe, vereint in selbstverschuldeter, teils massenhafter Unmündigkeit. Die Soziologie wird alsbald darüber Auskunft geben müssen, wie diese Kopflosen durch die seit Jahrzehnten fortschreitende gesellschaftliche Entsolidarisierung zu Wut-Demos, konsequenter Ignoranz und Egoismus getrieben werden.

Fakten sind ihnen egal, das Schicksal betroffener Menschen ist ihnen egal – und dabei stören sich die ach so Empörten mitnichten daran, wenn ihre Wut-Demos von rechten Extremist*innen und Neofaschist*innen begleitet oder sogar mit organisiert werden. Diese Menschenfeinde haben nun mit „Freiheit“ und Demokratie so gar nichts am Hut – im Gegenteil: Es geht ihnen um Hass, Gewalt und Ausgrenzung – und genau das zeigen sie dort auch. Distanz der Vielen, die gar nicht rechts sein wollen – Fehlanzeige!

Sie haben nicht den A…… in der Hose und nicht genug Hirn im Kopf, um sich als Demokraten zu zeigen. Und sie laufen Gefahr, wenn sie gegen „so‘n bisschen Nationalismus“ nichts einzuwenden haben, zum Steigbügelhalter des Extremismus abzugleiten (wenn sie es nicht schon längst sind). Hier drängen sich historische Vergleiche auf. – Es ist die scheinbar selbstbewusste Verbohrtheit und Engstirnigkeit, die sie den Folgen ihres Handelns gegenüber gleichgültig werden lässt. So werden sie zur Gefahr nicht nur beim Infektionsschutz, sondern auch für die Demokratie.

Und ebenso schlimm: Solche Leute sind republikweit zu finden – bis in die Kommunalpolitik hinein: Sie fordern Freiheit, Menschenrechte und das Ende der Corona-Schutzmaßnahmen und glauben, sie hätten gerade die ideale Gesellschaft erfunden. Sie sind in der Minderheit (wie überall), aber sie entblöden sich nicht, ihre asozialen Motive als Freiheitskampf zu verkaufen. Applaudiert wird ihnen hier und da (bis jetzt oft nur verhalten) – sogar manchmal aus der falschen, vermeintlich progressiven Ecke, denn wer wollte schon gegen Freiheit sein… Aber all das ist nicht nur gefährlich, sondern dumm!

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