8. Mai – Gedenktag für die Zukunft

Noch können uns (sehr) wenige Menschen, die den Hitlerfaschismus überlebt haben oder gegen ihn gekämpft haben, Auskunft geben, doch bald wird es nur noch historische Bild-, Schrift- und Tondokumente geben. Dann ist der 8. Mai, der nicht nur die Deutschen, sondern auch fast ganz Europa vom Terrorregime befreit hat, „ganz Vergangenheit“. Doch dieser Tag, der nicht nur das Ende des barbarischen Vernichtungskrieges, sondern auch des menschenverachtenden Faschismus in weiten Teilen des Kontinents markiert, bleibt ein Tag des Gedenkens an die fast 70 Millionen Toten, die Millionen Verfolgten, Gequälten und Entrechteten – und das muss er auch bleiben. – Aber er ist auch ein Tag der Dankbarkeit an die Befreier*innen. Das waren nicht nur alliierte Soldaten, sondern auch zahllose Widerstandskämpfer*innen der verschiedensten Überzeugungen. Auch in Flensburg gab es Widerstand, vornehmlich aus der Arbeiterklasse. Das alles verdient hohe Anerkennung, denn Widerstand gegen faschistische Hetze und gegen Krieg war und ist immer auch eine Zukunftsfrage. Und deshalb sollte der 8. Mai ein nationaler Feier- und Gedenktag sein. Die Lehren aus der Befreiung vom Faschismus mahnen uns auch mit dem Blick nach vorne.

(Diesen Text habe ich als Leserbrief auch an die Flensburger Presse geschickt.)

Gestern am 7. Mai lehnte der Bundestag einen LINKE-Antrag zur Einführung eines bundesweiten Feiertages am 8. Mai ab (nur die Grünen stimmten dem Antrag zu)…

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Aus dem SCHWUR VON BUCHENWALD
(19. April 1945, nach der Befreiung des KZ-Lagers):

Noch wehen Hitlerfahnen!
Noch leben die Mörder unserer Kameraden!
Noch laufen unsere sadistischen Peiniger frei herum!
Wir schwören deshalb vor aller Welt auf diesem Appellplatz, an dieser Stätte des faschistischen Grauens: Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht! Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.
Das sind wir unseren gemordeten Kameraden, ihren Angehörigen schuldig. Zum Zeichen Eurer Bereitschaft für diesen Kampf erhebt die Hand zum Schwur und sprecht mir nach:
WIR SCHWÖREN!

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