Flensburger Förde: Zerstörung durch Muschelfang stoppen!

Taucher-Initiative zeigt die Konsequenzen der Schleppkorbfischerei auf

Ja, wenn die Muscheln auf dem Grund der Flensburger Förde könnten, würden sie wohl derzeit Asyl auf der schleswig-holsteinischen Gewässerseite suchen. – Die Wochenendkarikatur in der Zeitung Flensborg Avis drückt es sehr treffend und zugleich tragikomisch aus…

Nachdem die Muschelfischerei auf der schleswig-holsteinischen Seite der Förde (die uns damals übrigens der „grüne“ Ex-Umweltminister Habeck durch einen Deal zum Schutz des Nationalparks Wattenmeer eingebrockt hatte) mit einer Resolution des Flensburger Rates und durch nachfolgendes Handeln der Kieler Landesregierung gestoppt werden konnte, tauchte jüngst ein dänisches Schiff in dänischen Gewässern auf und zerstörte den Fördegrund mit einem Fang-Schleppkorb.

Der Taucher Tobias Kaiser des Flensburger Unterwasser-Teams (UWT) dokumentierte dies mit einem erschreckenden Video vor wenigen Tagen. Er erhielt damit – verdientermaßen – große Aufmerksamkeit in den Flensburger und teils auch in dänischen Medien. Der Einsatz des UWT ist ein dringender Appell an die Behörden Dänemarks, diese Umweltzerstörung umgehend zu stoppen.

Die Förde sei bereits ein belastetes Gewässer, erklärte Tobias Kaiser im Flensburger Tageblatt und ergänzt: „Sie muss im Gegenteil geschützt werden. Niemand will ein stinkendes, unansehnliches Gewässer.“ – Zum einen filtern nämlich die Miesmuscheln das Wasser der Förde und tragen damit zur Stabilisierung der Gewässerqualität bei, zum anderen kann sich der zerpflügte Fördegrund auf lange Zeit nicht als Biotop regenerieren.

Ein Teil der Flensburger Ratsresolution vom Herbst 2018 war die Etablierung eines grenzüberschreitenden „Runden Tisches Flensburger Förde“, doch genau dies ist wohl nie in die Tat umgesetzt worden, hätte hier doch bereits im Vorfeld auch auf dänischer Seite die Aufmerksamkeit für die Gefahren des Schleppfangs von Muscheln erzeugt und ein gemeinsames umweltfreundlichen Handelns verabredet werden können.

Wir sollten uns das UWT schon mal für die Auszeichnung „Initiative des Jahres“ vormerken. Sie hat es wieder vermocht, das Augenmerk auf diese Umweltkatastrophe zu lenken. – Und eines ist klar: Die zerstörerische, kommerzielle Muschelfischerei muss (egal wo!) umgehend gestoppt werden. Menschen und Natur brauchen eine saubere Förde, die selbst leben können muss und damit auch das ökologische Gleichgewicht in der Region bewahrt. Nun muss endlich Schluss sein mit diesem Wahnsinn!

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