Nicht aufregen – sondern unterstützen: Schulstreiks für Klimarettung, ja bitte!

Wenn jetzt ausgerechnet Erwachsene die Klima-Demos und den Konsum von Jugendlichen kritisieren, haben sie den Ernst der Lage nicht erkannt, meint Herman U. Soldan (DIE LINKE Flensburg)

(Erstveröffentlichung auf http://www.die-linke-flensburg.de, 02.03.2019)

„Da bewegt sich was“ – und da bewegen sich vor allem viele!!! Seit Wochen sind hunderte von Schülerinnen und Schülern mit „Fridays for Future“ auf den Straßen, um endlich eine Wende in der Klimapolitik einzufordern – und sie haben Recht! Sie appellieren an „uns Ältere“, die seit Jahrzehnten nicht sehen wollten oder konnten, was sich da zusammengebraut hat – und sie tun dies mit Recht! Sicherlich, es gibt weitere, ebenso wichtige Themen, für die sich das Demonstrieren lohnt, aber Klima- und Umweltthemen sind (nicht zuletzt durch die zahlreichen Versäumnisse und Skandale) von „uns Älteren“ selbst verursacht und auch in die Öffentlichkeit getragen worden.

Aufgrund der Ausmaße der „Klima-Blindheit“, gehörte nur ein kleiner, aber wichtiger Funkenschlag der jungen Schwedin Greta Thunberg dazu, die daraus notwendigen Konsequenzen einzufordern – und dass genau das nun überall junge Leute aufgegriffen haben und sich diesem Appell aktiv anschließen, ist nicht nur ermunternd, sondern auch bitter notwendig – und sie haben die richtige Methode und die richtige Sprache dafür gefunden!

Es wirkt daher schon sehr albern, wenn nun plötzlich eine Reihe von „gestandenen“ Erwachsenen mit dem drohenden Zeigefinger ausgerechnet auf die engagierte Jugendbewegung zeigt, um sie über die Schädlichkeit von Nutella und Smartphones zu belehren und damit ihr spontanes Engagement zu diskreditieren… Wer hat den ganzen „Sch…ß“ denn erfunden und angeblich „unentbehrlich“ gemacht – und wer konsumiert all das seit Jahrzehnten mehr als reichlich…? Das waren doch „wir Ältere“! Also, ruhige Hand bitte – wir müssen das jetzt aushalten – ja, und mehr noch, wir sollten die Aktionen unterstützen! Daraus können wir alle für unser eigenes Verhalten viel lernen!

Werte „(ach so) Erwachsene“, regt euch nicht über vermeintliches „Schwänzen“ oder Stundenausfall in den Schulen auf… Den gibt es ohnehin schon reichlich – und das hat bisher weit weniger Empörung in den Chats und Zeitungen ausgelöst. Gute Lehrerinnen und Lehrer machen aus den Freitagsdemonstrationen hoffentlich nun überall gute fachübergreifende Unterrichtsprojekte – und dann ist alles gut!

Ach übrigens… Wo sind denn die höchst notwendigen „erwachsenen“ Wochen-Demonstrationen??? Wie wär’s mit „Sunday for Solidarity“ mit der Forderung nach Beendigung der Ausplünderung afrikanischer Staaten durch EU-Knebelverträge und gegen Fluchtursachen? Oder mit „Saturday for Social Housing“, um regelmäßig für eine soziale Wohnungspolitik und bezahlbare Mieten zu demonstrieren? (Die Flensburger LINKEN haben da für den 16.03. schon mal „was vorbereitet“) Oder mit „Dienstags für Gerechtigkeit“, für eine gerechte Steuerpolitik und eine menschenwürdige Sozialpolitik… oder mit einem „Gesundheits- und Pflege-Mittwoch“…??? (mehr von uns LINKEN dazu am 30.03. bei einer weiteren Aktion)

Da ist noch viel „Luft“ für „uns Ältere“, um zu zeigen, dass es an vielen Stellen „brennt“ – und dass wir zusammen und aktiv auf schnelle und merkbare Veränderungen der Politik, die der großen Mehrheit der Menschen (und auch dem Klima und der Umwelt) dient, dringen müssen…

Also, ihr „Fridays-for-Future“-DemonstrantInnen – ihr habt vieles richtig gemacht!!! Und mit einem eurer Appelle trefft ihr genau den Kern: „Macht endlich EURE Hausaufgaben – dann machen wir auch UNSERE!“… Is’ doch leicht zu verstehen, oder?

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